Gemüse-Risotto mit Linsen

Milchreis mit ZwetschgenrsterDas Gemüse-Risotto mit Linsen ist wieder einmal eine Zufallskreation von mir, weil ich halt immer wieder überlege, wie ich Hülsenfrüchte möglichst bekömmlich in einem Gericht unterbringe – so, dass zwar die ganzen wertvollen Inhaltsstoffe dabei sind, sie aber nicht den Löwenanteil (wie bei den klassischen Linsen mit Speck zB. – zumal wir auch zum größten Teil vegetarisch essen) des Gerichts ausmachen. Das ist für mich deshalb wichtig, weil unser Sohn noch nicht ganz zwei Jahre alt ist und sein Verdauungstrakt volle Hülsenfrucht-Speisen nicht besonders gut mitmacht. Und da ich gerne auch mal schlafe nachts, muss ich halt kreativ werden :). Das Tolle ist, dass aus so Zufalls-Mischmasch-Geschichten sehr oft Lieblingsrezepte werden, das Risotto ist eines davon.

Ich verwende beim Kochen gerne Getreidereis aus Urgetreide. Das ist geschliffenes und poliertes Getreide, wie Emmer, Einkorn, Roggen, Dinkel oder Waldstaudekorn. Für das Risotto eignen sich übrigens Emmer und Einkorn ganz hervorragend. Zum einen macht das Schleifen das Getreide so schnell kochbar wie Reis, was mir zeitlich sehr entgegenkommt, zum anderen enthält die Schale des Getreides, weil sie nicht ganz entfernt wird, immer noch die vielen Vitamine und Mineralstoffe. Und für mich auch ganz wichtig: das sind alles Urgetreidesorten, weit weg von jeder Hochzüchtung zum Zweck der Wirtschaftlichkeit und weit weg von Gentechnik und Pestiziden. Von der Verdaulichkeit ist Getreidereis so wie Vollkornreis. Wenn Sie einen empfindlichen Darm haben, dann geht auch klassischer Risottoreis hervorragend. Junior zuliebe wechseln auch wir immer wieder ab – siehe Hafer-Milchreis.


Zutaten für 4 Personen:

  • 1 Tasse Reis (bei uns ist’s zur Zeit der Winteremmer)
  • 1/2 Tasse gelbe Linsen
  • 2 mittlere bis große Karotten
  • 1 kleine Zucchini
  • 1 guter Liter (je nach Getreideart) Gemüsebrühe
  • etwa eine Hand voll geriebener Parmesan (nach Geschmack)
  • 1 Hand voll Walnüsse
  • Olivenöl
  • frische Petersilie (die haben wir am Foto leider vergessen, das würde das ganze noch viel hübscher machen)

Tipp: von Parmesan, Walnüssen und Petersilie jeweils ein Euzerl (österr. für ein wenig, eine kleine Menge, ein Stückchen, ein bisschen von etwas) aufheben, um am Ende den Teller schön dekorieren zu können. Das fällt mir jetzt ein, weil ich eben die Petersilie für’s Foto vergessen haben – hmpf.

Zubereitung:

Zuallererst die Karotten in Halbmonde schneiden. Dann das Olivenöl (nicht zu) heiß werden lassen und den Reis darin sanft anschwitzen, ich lasse ihn leicht glasig werden. Dann kommen die Linsen dazu. Ich nehme für das Risotto meistens gelbe (es gehen auch rote) Linsen, weil sie erstens ebenso schnell gar werden wie der Reis, sie zweitens das Salz in der Gemüsebrühe vertragen und trotzdem weich werden und drittens meistens zerfallen und so das Risotto noch cremiger werden lassen. Also Linsen rein und auch die Karotten gleich dazu, die brauchen ja auch eine Weile, um weich zu werden. Und dann geht es sofort los mit der klassischen Risottozubereitung: Getreide/Linsen mit Gemüsebrühe bedecken und unter Umrühren einkochen lassen – das so lange wiederholen, bis der Reis weich ist. Ich mag’s, wenn er noch etwas Biss hat. Aber auch hier gilt: alles Geschmackssache und Sache der Verdauungskraft – je weicher, desto leichter verdaulich natürlich. Während des Schöpfens und Rührens die Zucchini klein schneiden (von der Größe her eignen sich Vierterl von Scheiben) und die Walnüsse und Petersilie hacken. Wenn das Getreide schon ein bisserl weich ist, das Ende der „Rissottour“ also absehbar ist, die Zucchini – dann werden sie etwas weich, bleiben aber noch knackig – und den Majoran dazu. Der gibt dann sein Aroma ab und verfliegt nicht ganz. Wenn die Gemüsesuppe aus und der Reis und die Linsen weich sind, dann kommen Parmesan, Walnüsse und Petersilie dazu. Einmal gut durchrühren und fertig ist das Gemüse-Risotto mit Linsen. Guten Appetit!

Tipp: Falls Sie auch gerne mal ein herzhaftes Frühstück mögen – ich mag das Risotto, wenn was vom Vortag übrigbleibt, auch gern in der Früh. Zum Aufwärmen einfach ein bisschen Wasser dazu. Es schaut am Anfang durch die Stärke der Linsen etwas hart aus, wird mit Wasser und Wärme aber wieder schön geschmeidig.

Wirkung nach TCM:

Winteremmer ist eine Urform des Weizens und gehört damit zu den Funktionskreisen Holz und Erde. Weizen ist thermisch kühl und wirkt befeuchtend. Er wird therapeutisch eingesetzt bei innerer Unruhe, Schlaflosigkeit, Hitzesymptomen aufgrund von Trockenheit, bei Yin– und Säftemangel und bei Gewichtsverlust. Vorsicht ist geboten bei Übergewicht und Kältegefühlen, auch für NeurodermitikerInnen kann Weizen nachteilig wirken – also bei viel Feuchtigkeit im Körper bitte kein Weizen. Übrigens Emmer und Einkorn enthalten durch ihre Naturbelassenheit (sie wurden nicht „weiter“entwickelt und für die Industrie optimiert) viel weniger Gluten als der heute bei uns erhältliche Weizen.

Linsen sind thermisch neutral (die roten sogar etwas wärmer) und gehören zum Funktionskreis Erde. Sie tonisieren Qi und Blut und stärken besonders die Nieren und die Milz.

Karotten gehören auch zum Erdelement und sind thermisch neutral bis leicht wärmend (in rohem Zustand Tendenz zur Kühle). Sie stärken die Milz, beseitigen Verdauungsblockaden, harmonisieren das LeberQi und klären die Sicht. Am besten nicht allzulang kochen, weil sonst alle Wirkstoffe verloren gehen.

Zucchini sind den Elementen Erde zugeordnet und von der Thermik her kühlend. Sie kühlen das Blut, reduzieren Schleim und Hitze.

Walnüsse sind wärmend und den Elementen Erde und Wasser zugeordnet. Sie tonisieren das Nieren-Qi, füllen das Lungen-Qi auf, wärmen die Lunge und befeuchten den Darm.

Majoran gehört wie sehr viele Gewürze zum Metallelement und wirkt leicht wärmend. Er reguliert und bewegt das Qi und beruhigt den Shen (den Geist). Außerdem wirkt er schleimlösend und verdauungsfördernd.

Petersilie ist dem Holz zugeordnet und von der Thermik her warm. Sie tonisiert und bewegt das Blut, löst Nässe auf und wärmt das Yang und sie tonisiert das Milz-Qi (sie hilft also auch unserer Mitte).

 

Quellen:
Ute Engelhardt/Carl-Hermann Hempen - "Chinesische Diätetik"
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