Allergien aus Sicht der TCM

Allergien aus Sicht der TCMEs ist Mitte Mai und die ersten Allergieattacken sind mit der Blüte der so genannten Frühblüher (Hasel, Birke, Erle, Pappel,…) schon fast wieder abgeschlossen. Die nächsten akuten Heuschnupfenanfälle sind mit den Gräsern ungefähr um Juni und Juli zu erwarten und dann geht es auch schon fröhlich weiter Spitzwegerich, Roggen, Beifuß und so weiter… Allergische Reaktionen beschränken sich aber einerseits nicht auf Heuschnupfen und andererseits nicht auf den Pollenflug. Manche Betroffenen leiden unter allergischem Asthma, manche bekommen immer wieder Ausschläge (Neurodermitis, Urtikaria oder Kontaktekzeme). Und: Allergisch kann man nicht nur auf Pollen reagieren sondern auch auf Hausstaubmilben, Tierhaare, Waschmittel, Nahrungsmittel und generell auf ziemlich viel.

Allergien – Immunsystem außer Rand und Band

Als eine Allergie bezeichnet man in der westlichen Medizin als eine überschießende Abwehrreaktion des körpereigenen Immunsystems auf eigentlich harmlose Umweltstoffe, das heißt auf Stoffe, die normalerweise nicht schädlich sind (diese gelten dann als Allergene). Diese Reaktion geht oft mit entzündlichen Prozessen und den dazugehörigen Symptomen einher.

Es handelt sich also um Überempfindlichkeitsreaktionen, die sich in unterschiedlichen Körperregionen manifestieren können:

  • Schleimhäute (Heuschnupfen, Bindehautentzündung, Mundschleimhautschwellungen)
  • Atemwege (Asthma)
  • Haut (Neurodermitis, Nesselsucht, Kontaktekzem)
  • Verdauungstrakt (Erbrechen, Durchfall – hauptsächlich bei Säuglingen und Kindern)

Allergien können in unterschiedlicher Intensität, zeitlich begrenzt ( zB. Pollen) oder dauerhaft ( zB. Hausstaub) auftreten und im Extremfall zu einem anaphylaktischen Schock führen.

Allergien aus Sicht der TCM

In der TCM werden keine Krankheiten behandelt sondern immer der Mensch als ganzheitliches Wesen mit all seinen Symptomen. „Allergien“ in dem Sinn gibt es in der TCM nicht, sondern einzelne Syndrome oder Muster, die je nach auftretenden Symptomen auch kombiniert auftreten können. Übersetzt bedeutet das: die einzelnen Symptome, die in der westlichen Medizin meist einem einzelnen Krankheitsbild zugeordnet werden, kennt auch die traditionelle chinesische Medizin. Die TCM sucht aber nach dem Ursprung der Symptome und dieser liegt immer in einem Ungleichgewicht im Körper (nicht in einer klassischen Krankheit, die bei jedem gleich aussieht). Die gute Nachricht: Ungleichgewichte können ausbalanciert werden.

Allergien sind laut TCM immer in einer Schwäche der Elemente Erde (Milz), Metall (Lunge) und Wasser (Niere) begründet. Sie entstehen durch ein schwaches Zheng-Qi, das im westlichen Verständnis unserem Immunsystem gleichzusetzen ist. Das Zheng-Qi besteht aus drei Teilen: Wei-Qi (Abwehr-Qi der Lunge), Zang-Fu-Zhi-Qi (Abwehr der Organe) und Ben-Qi (Abwehr der Niere, des Jings).

FütterungszyklusDer Grund für die Schwäche des Zheng-Qi liegt entweder in der Konstitution/Vererbung (die Eltern geben schon zu wenig Abwehrkraft mit) oder in einer Schwächung des Milz-Qi durch schlechte Ernährungsgewohnheiten, ständiges Grübeln und Stress. Oder in beidem zugleich. Alle Elemente sind miteinander verbunden, nähren und erschöpfen oder kontrollieren einander. Im Fütterungszyklus nährt jedes Element das nach ihm im Uhrzeigersinn kommende. Die Milz (Erde) ist im Fütterungszyklus die „Mutter“ der Lunge (Metall). Die Lunge ist erstens zuständig für das WeiQi, sie ist aber vor allem bei den meisten allergischen Reaktionen Hauptbetroffene. Einfach übersetzt bedeutet das: Schwaches Milz-Qi erzeugt Feuchtigkeit und Schleim, Feuchtigkeit und Schleim in der Milz gehen über kurz oder lang auf ihr Kind, die Lunge, über.

Die Mutter der Lunge, die Milz, wird kontrolliert durch die Leber (Holz). Die Leber ist verantwortlich für den gesamten Energiefluss, also den ungestörten Fluss von Qi, im Körper. Ist das Leber-Qi gestaut, entsteht „Hitze“. Alle akuten Entzündungsvorgänge im Körper können mit Hitze in Verbindung gebracht werden. Die Leber öffnet sich laut TCM in die Augen, das heißt Wind und/oder Hitze in der Leber erzeugen die typischen Augensymptome während einer allergischen Reaktion: rote Augen, juckende Augen, brennende Augen, rinnende Augen.

Die Lunge ist übrigens auch zuständig für die Befeuchtung der Körperoberfläche (Haut). Der gesamte Funktionskreis Metall (Lunge/Dickdarm) hat aus psychologischer Sicht etwas mit der eigenen Entfaltung und der Abgrenzung nach außen zu tun. Dies sei nur erwähnt, weil ich zu Beginn die allergischen Hautreaktionen erwähnt habe.

Therapiemethoden in der TCM

Während in der westlichen Medizin das Hauptaugenmerk darauf gelegt wird, die Symptome zu bekämpfen, wird in der traditionell chinesischen Medizin Ursachen“forschung“ betrieben. Die TCM basiert auf 5 Säulen: Akupunktur, Phytotherapie (Kräuter- und Arzneimitteltherapie), Tuina (Massage), Diätetik (Nahrungsmittel als Medizin) und Qi Gong (Bewegung). Bei Allergien eignet sich während der akuten Phase eine Kombination aus Kräutertherapie und Akupunktur. Entscheidend ist aber, schon während der Nicht-Allergiesaison sozusagen „Aufbau-Arbeit“ zu leisten. Und da kommt vor allem die Ernährung ins Spiel, denn:

„Wer immer der Vater einer Krankheit war, die Mutter war immer die schlechte Ernährung“.
(Chinesische Volksweisheit)

Die Mitte stärken

Die Mitte, also unser Erdelement, ist der Ursprung unseres nachgeburtlichen Qi. Das ist das Qi, von dem wir so viel wie möglich produzieren wollen, um nicht auf unsere wertvolle Essenz (Jing) zugreifen zu müssen. Je länger wir unsere Essenz schützen, desto älter werden wir und das auch noch gesund. Milz und Magen, die Organe des Erdelements, sind außerdem wie ich weiter oben schon geschrieben habe, eine wichtige Ebene unseres Immunsystems. Deshalb und weil wir hier wirklich auf direktestem Wege mit unserer Ernährung ansetzen können, sorgen wir zuallererst dafür, dass unsere Mitte gesund und stark wird.

Gewohnheiten und Nahrungsmittel, die Mitte schwächen:

  • unregelmäßige Mahlzeiten
  • nicht frühstücken oder spät abends essen
  • schlingen, schlecht kauen
  • kalte Getränke während des Essens
  • Übermäßiger Verzehr von Rohkost, kühlenden/kalten Nahrungsmitteln, Milchprodukten, Fleisch, Zucker, Fruchtsäften
  • Qi-lose Nahrungsmittel: Tiefkühlkost, Fertigprodukte, Mikrowellen-Essen, stark verarbeitete Nahrungsmittel
  • häufige Brotmahlzeiten

Bevorzugen Sie deshalb:

  • thermisch neutrale und warme Nahrungsmittel
  • alle Geschmacksrichtungen insbesondere süß (Wurzelgemüse, Getreide, Fleisch), scharf regelmäßig aber nicht dauernd (durch Gewürze und Gemüse wie Rettich, Kren, Kresse, Ingwer…)
  • dreimal täglich warm essen
  • Getreidemahlzeiten, Breie, Suppen

Ganz ganz wichtig für eine starke Mitte und auch für ein starkes WeiQi ist ein warmes reichhaltiges Frühstück. Ein Brei, Porridge, Congee, Milchreis, eine Suppe oder eine Eierspeis‘ (mit oder ohne Gemüse) sorgen dafür, dass Ihr Verdauungstrakt gut gestärkt und nicht belastet in den Tag starten kann. Auf Dauer bessern sich dadurch viele Symptome (auch solche, die wir nicht direkt mit einer Allergie in Zusammenhang bringen), zB. auch Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und Süßgelüste

Das sind nur ein paar Tipps, die aber bereits viel bewirken können. Um herauszufinden, wo bei einer Allergie der Ursprung des Ungleichgewichtes liegt, empfiehlt es sich, eine/n TCM-Ernährungsberater/in aufzusuchen, der Sache auf den Grund zu gehen und ein persönlich auf Sie abgestimmtes Ernährungskonzept zu erarbeiten. Rufen Sie mich einfach an unter 0699 1073 1073. Ich unterstütze Sie gerne dabei.

facebooktwittergoogle_plusmail

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *