Reis-Congee

CongeeCongee ist Reisbrei oder auch Reissuppe, die in China sowohl süß als auch pikant zum Frühstück gegessen wird. Durch die lange Kochzeit ist der Reisbrei so leicht verdaulich, dass er in China durch ein Tuch gepresst sogar als Muttermilchersatz eingesetzt wird. Mein Sohn hat im ersten Beikostmonat nur Congee mit ein bißchen Mandelmus bekommen. Was soll ich sagen? Es hat vorzüglich geklappt. 🙂

 

Gleichzeitig ist Congee ein Gericht mit viel Energie, weil es so lange der Hitze ausgesetzt wurde. Es wird in der chinesischen Diätetik in den verschiedensten Bereichen eingesetzt. Vor allem bei Magenschmerzen kann es gute Dienste leisten, aber auch zum Entgiften und um Feuchte Hitze loszuwerden eignet es sich hervorragend.

Da es doch eine gewisse Zubereitungszeit (wenn auch keinerlei Aufwand) benötigt, macht es Sinn, gleich ein bisschen auf Vorrat zu kochen. Ich mache immer einen Topf für eine ganze Woche (hält wunderbar im Kühlschrank).

Zutaten und Zubereitung:

1/2 Tasse Reis (Ich empfehle Vollkorn-Rundkornreis, es funktioniert aber auch mit allen anderen Reissorten – siehe unten. Weißer Reis wird halt auf jeden Fall mehr zur Suppe.)

4 bis 5 Tassen Wasser (8 bis 10-fache Menge)

Wasser aufkochen, Reis hinzufügen und auf kleinste Flamme zurückschalten. Kochen bis es eine schöne sämige Suppe ist. Die Kochzeit variiert nach Herd. In meiner letzten Wohnung brauchte das Congee in dieser Zusammensetzung über vier Stunden, mit meinem jetzigen Herd reichen 2,5 bis 3 Stunden. Das muss jeder selber herausfinden.

Süße Varianten: mit Apfelmus, mit Obstkompott, plain mit Ahornsirup, der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt…

Pikante Varianten: mit Jungzwiebeln und Gomasio, mit Ei (gerührt, pochiert, als Spiegel), mit roten Rüben und Kren, nur nicht einschränken lassen 🙂

Wenn ich für eine Woche vorkoche, mache ich übrigens die doppelte Menge.

Wirkung nach TCM:

Das Congee gibt durch die lange Kochzeit viel Energie, belastet den Organismus dabei überhaupt nicht. Das bedeutet in erster Linie, es hilft Qi aufzubauen. Durch die breiige, suppige Konsistenz ist es außerdem gut für die Körpersäfte. Und je nach Reis kommen noch andere Wirkungen dazu:

Rundkornreis (Elemente Erde und Metall, thermisch neutral) unterstützt die Mitte, stützt das Qi, harmonisiert den Magen und kräftigt die Milz. Gut bei Magen-Yin-Mangel, trockenem Mund, Durst, schwachem Appetit und Durchfall.

Langkornreis (Elemente Erde und Metall, thermisch neutral) wirkt etwas wärmer als der Rundkornreis und wärmt dadurch die Mitte, stützt das Qi und den Magen und transformiert Schleim. Basmati gehört zum Langkornreis und ist besonders bekömmlich.

Süßreis/Klebreis (Element Erde, thermisch warm) stärkt und wärmt die Mitte, stützt das Qi der Lunge und festigt den Stuhl. Er wirkt ein bisschen adstringierend (zusammenziehend), was bei verstärktem Harndrang oder spontanen Schweißausbrüchen helfen kann. Dafür ist er bei einer schwachen Mitte, zu viel Feuchtigkeit und  Verstopfung nicht geeignet. Generell macht er Congees aber schon sehr cremig 🙂

Beim Vollkornreis bleiben die Mineralstoffe und Vitamine natürlich in vollem Umfang erhalten. Beim weißen Reis geht durch das Schälen schon sehr viel verloren. Dennoch haben beide Arten in der chinesischen Diätetik ihre Berechtigung und kommen zu unterschiedlichen Zeiten zum Einsatz. Denn weißer Reis ist viel einfacher verdaulich, also zB. auch bei Magen- oder Darmproblematiken viel bekömmlicher.

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  27 comments for “Reis-Congee

  1. 28. Mai 2017 at 11:31

    Sehr interessanter Beitrag! Ich esse seit mehreren Monaten jeden Morgen Reis-Congee und koche es auch immer vor. Bisher wusste ich nur nicht, dass auch die Reissorten einen Unterschied machen!

    • 26. Juni 2017 at 9:50

      Liebe Rosalie,
      entschuldige, Dein Kommentar ist mir durchgerutscht. Schön, dass Dir das Congee gut tut. Die einzelnen Reissorten können in verschiedenen Situationen noch einen zusätzlichen Benefit bringen, aber ich denke, schon die Tatsache, dass Du überhaupt ein Congee morgens isst, wirkt sich sehr positiv aus – mit welchem Reis auch immer :).
      Alles Liebe,
      Melanie

  2. Elena
    5. Februar 2018 at 1:53

    Ein schöner Beitrag, besonders das Reis Congee als Babyfrühnahrung dient fand ich sehr interessant und nachvollziehbar (auch ohne eigenes Baby :).

    Ich leide seit vielen Jahren unter Morbus Crohn und starken wiederkehrenden Durchfällen. Das Reis Congee hilft hierbei. Es verfestigt den Stuhl wie ich es bereits durch kein anderes Lebensmittel gesehen habe. Das ist bei vielen Mangelerscheinungen und Unterernährung durch eine chronische Darmerkrankung Gold wert…

    Eine Frage brennt mir auf dem Herzen: Wie machst du es dass dein Congee im Kühlschrank eine Woche hält? Wie genau lagerst du es? In einzelnen Gläsern, luftdicht? Wenn ja, verschließt/befüllst du sie speziell? Denn mein Congee hat am 5. Tag immer Schimmel im Kühlschrank angesetzt. Ich hab es allerdings bisher immer in einer großen Schüssel mit Klarsichtfolie abgedeckt gehabt. Durch das tägliche Entnehmen kommt dann eben immer wieder Luft dran.

    Bin sehr glücklich nun gelesen zu haben, dass es prinzipiell auch für ne Woche vorgekocht werden kann. Ich frag mich nun nur noch, wie ichs dafür lagern muss…

    Hoffe du gibst mir deinen Geheimtipp 🙂

    Liebe Grüße

    Elena

    • 5. Februar 2018 at 9:40

      Liebe Elena!
      Vielen Dank für Deinen Kommentar. Es freut mich, dass Dir das Reiscongee gut tut.
      Ich stell es meistens nur mit dem Topf in den Kühlschrank. Da würde ich auch sagen, dass es in 5 Tagen gegessen werden sollte. Aber wenn ich es „einkoche“, das heißt noch fast kochend (und sehr sauber) in Schraubgläser fülle und diese gleich verschließe, so dass ein Vakuum entsteht, hält das Congee im Kühlschrank noch viel länger als eine Woche. Wie lang genau weiß ich leider nicht, weil unseres nach spätestens 10-14 Tagen auf jeden Fall aufgegessen ist.
      Ich hoffe, das hilft Dir.
      Alles Liebe,
      Melanie

    • Christina
      26. November 2018 at 14:11

      Liebe Elena,

      habe gelesen, dass Du an Morbus Crohn erkrankt bist. Ich habe selber seit 15 Jahren Colitis Ulcerosa. Die Schulmedizin hat mir leider nicht geholfen. Folgendes hat mir geholfen:
      Schaue Dir bitte diesen Film an : (ab ca. 9. Minute geht es um Morbus Crohn)

      https://www.ardmediathek.de/tv/Dokumentation-und-Reportage/Leben-ohne-Fleisch-Wie-gesund-ist-vege/rbb-Fernsehen/Video?documentId=49620430

      Ich habe mich dann an das Medizinische Zentrum Bircher Benner gewandt. Da ich nicht zu der Klinik fahren konnte, habe ich mir das Buch:
      Handbuch für Magen- und Darmkranke bestellt von Dr. Andres Bircher und ich ernähre mich wie es im Buch beschrieben ist, es geht mir sehr gut seit meiner Ernährungsumstellung. Dr. Bircher hat u. a. auch ein Studium nach TCM . Es ist auch möglich sich in der Klinik behandeln zu lassen.

      Link zu dem Buch:

      https://www.bircher-benner.com/publikationen.html?&l=..%2F..%2F..%2F..%2F..%2F..%2F..%2F..%2F..%2F..%2Fetc%2Fpasswd
      das Buch kostet 50 Euro, die sich bei mir gelohnt haben.
      Ich hoffe Dir irgendwie geholfen zu haben, und wünsche Dir alles alles Gute
      Liebe Grüße
      Christina

      • 27. November 2018 at 17:25

        Liebe Christina,
        vielen Dank, dass Du Deine Erfahrungen mit uns teilst!! Ich hoffe, auch Elena kann damit Besserung erzielen.
        Ich wünsche Euch alles Gute,
        Melanie

  3. Eva
    31. März 2018 at 18:30

    Wie erhitzt Ihr den Congee den aus dem Kühlschrank ? Einfach in der Pfanne oder ist es auch in der Mikrowelle möglich ?
    Danke 🙂

    • 1. April 2018 at 20:59

      Liebe Eva!
      Ich gebe das Congee in einen kleinen Topf oder eine Pfanne und gebe bei Bedarf und je nach Zubereitung einen Schuss Wasser oder Getreidemilch dazu. Ich hatte noch nie eine Mikrowelle und bin generell kein großer Freund davon.

      Alles Liebe,
      Melanie

  4. Beatrice
    4. September 2019 at 15:03

    Sehr interessant.
    Wenn ich Magen/Darm Probleme (Gastritis) habe, welchen Reis genau sollte ich dann verwenden?
    Danke
    Liebe Grüße

    Beatrice

    • 20. September 2019 at 22:06

      Liebe Beatrice,
      entschuldige die späte Antwort. Manche Kommentare mag mir mein System nicht übermitteln, warum auch immer. Bei Gastritis würde ich für das Congee weißen Rundkornreis (Risotto oder Milchreis-Reis) oder Basmati empfehlen. Der Rundkornreis wirkt thermisch neutral, was bei einem heißen Magen sehr vorteilhaft ist, Basmatireis gilt generell als sehr bekömmlich.

      Ich wünsche Dir alles Gute,
      Melanie

  5. Silvia
    30. Juni 2020 at 13:10

    Liebe Melanie,
    vielen Dank für deine schöne und informative Seite!
    Wenn du die herzhafte Variante machst, kochst du dann das Gemüse die ganze Zeit mit?
    herzlichen Dank schon mal und liebe Grüße,
    Silvia

    • 30. Juni 2020 at 13:26

      Liebe Silvia,
      Danke für Dein Feedback :), ich freue mich sehr. Ich koche mein Congee immer pur und fülle es in Gläser ab. Wenn ich es herzhaft esse, dann brate ich mir meist kurz ein paar Frühlingszwiebeln an und gebe nach Geschmack Gemüse der Saison dazu. Dieses dünste ich dann mit etwas Wasser und Sojasauce oder Gemüsebrühe und vielen Gewürzen. Dieses Gemüse“gröstl“ kommt dann über das kurz erwärmte Congee, etwas hochwertiges Öl und ein paar Samen, Nüsse oder Kerne und frische Kräuter dazu. Meist gibt es bei mir auch noch ein Ei dazu :).

      Ich hoffe, das hilft!
      Alles Liebe,
      Melanie

      • Silvia
        30. Juni 2020 at 14:30

        Liebe Melanie,
        vielen Dank für deine super schnelle Antwort und die gewünschte Info! 🙂
        Ich habe leider noch ein paar Fragen, sorry…
        Ich habe mich nämlich vor längerer Zeit schon mal an Congee versucht – mit dem Ergebnis, dass es eine ziemlich große Sauerei war, daher möchte ich dieses Mal alles richtig machen.
        Du schreibst ‚auf kleinste Flamme zurückschalten‘. Das wäre bei meinem Herd 1 (von 9). Liegt der Reis dann nicht nur im warmen Wasser rum anstelle zu kochen/köcheln?
        Lässt du den Deckel die ganze Zeit auf dem Topf?
        Und letzte Frage (da du ja auch von unterschiedlichen Zeitangaben schreibst, je nach Herd): woher weiß ich, wann die Reissuppe fertig ist?
        Tausend Dank noch mal und liebe Grüße,
        Silvia

        • 30. Juni 2020 at 14:39

          Hallo Silvia,
          also es sollte schon leicht köcheln. Ich lasse den Deckel die ganze Zeit am Topf und bei mir köchelt es auf kleinster Flamme dann bis zum Ende gut dahin. Da musst Du Dich ein bisschen durchprobieren, wo Dein Herd die richtige Hitze produziert :). Das Congee ist fertig, wenn es kein Wasser mehr zum „verdampfen“ gibt, also wenn das ganze Wasser in den Reis gewandert ist. Je nach Getreideart ist es dann eher eine weiße Suppe oder (bei Vollkorngetreide) ein ganz weicher Brei. Aber Du musst keine Wissenschaft draus machen :), wenn noch etwas Wasser übrig ist oder auch, wenn die Suppe etwas dicker ist, tust Du Dir mit lang gekochtem Getreide immer etwas Gutes.
          Gutes Gelingen und viel Freude damit,
          Melanie

          • Silvia
            30. Juni 2020 at 15:12

            Ein ganz herzliches Danke-schön an dich, liebe Melanie!!! 🙂

  6. Lisa Kratzer
    11. September 2020 at 16:11

    darf ich das Congee auch salzen? Erst am Ende oder schon am Anfang?
    Danke! Lisa

    • 15. September 2020 at 17:50

      Liebe Lisa!

      Ich würde immer nur die Portion salzen, die Du als nächstes isst. Salzen ist grundsätzlich okay, außer Du bist gerade dabei, eine Getreidekur zu machen. Dann ist Salz für die Dauer der Kur kontraproduktiv.

      Alles Liebe,
      Melanie

  7. Ulrike Brenner
    15. September 2020 at 13:12

    Hallo Melanie,

    Deine Seite finde ich sehr gut, so viele Informationen für einen Congee-Neuling! 😊 Ich habe mein erstes Congee letzte Woche gekocht, mit Honig vermischt, aber dann in den nächsten Tagen kalt gegessen. Du schreibst über erwärmtes Congee. Macht es einen gravierenden Unterschied, ob man es warm oder kalt isst?
    Schon mal vielen Dank für eine Antwort.
    Liebe Grüße Ulrike

    • 15. September 2020 at 17:55

      Liebe Ulrike,

      vielen lieben Dank. Es kommt auf den Grad der Kälte an :). Wenn Du es direkt aus dem Kühlschrank isst, dann ist es sehr kühlend für Deine Mitte (Deinen Verdauungsapparat). Alles, was Du verdauen willst, muss zuerst mal auf Körpertemperatur erwärmt werden, das kostet schon viel Energie. Wenn Du es „zimmerwarm“ isst, ist das schon okay. In der kälteren Jahreszeit empfehle ich, das Frühstück schon warm zu essen. Ist das aber nicht möglich (kein Herd im Büro o.ä.), dann ist ein zimmerwarmes Congee immer noch sehr bekömmlich und empfehlenswert.

      Liebe Grüße zurück,
      Melanie

  8. Heike Piontek
    12. Oktober 2020 at 3:53

    Hallo,
    Ich lese gerade das erste Mal über Congee. Muss man es als Frühstück essen oder kann ich es auch zum Abend essen ? Wenn es leicht verdaulich ist, sollte es doch keine Probleme für die Verdauung abends darstellen oder ?
    Viele Grüße
    Heike

    • 16. November 2020 at 22:20

      Liebe Heike!
      Entschuldige die späte Antwort. Die Benachrichtigungsfunktion meines Systems hat mich mal wieder im Stich gelassen. Congee kann man zu jeder Tageszeit genießen :).
      Alles Liebe,
      Melanie

    • Mia
      12. Mai 2021 at 21:12

      Hallo, sehr spannend. Hilft es auch bei Verstopfung?

      • 13. Mai 2021 at 21:39

        Liebe Mia!
        Das lässt sich so adhoc nicht beantworten. Das kommt immer drauf an, woher die Verstopfung kommt (zB. aus einer Trockenheit von Säften und Blut und wenn ja, woher kommt diese Trockenheit? Aus Hitze oder aus einer schwachen Verdauung?). Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, lässt sich das mit Sicherheit sagen. Ich glaube aber, Congee mit Birnen- oder Apfelkompott oder -mus oder mit Beeren könnte Dir gute Dienste leisten.
        Liebe Grüße,
        Melanie

  9. Bruno
    15. Februar 2021 at 17:19

    Hallo, ich genieße Congee seit ich in der TCM war. Jetzt wurde bei mir eine Histaminunverträglichkeit festgestellt. Was muß ich jetzt beim Congee kochen und bevorraten beachten, damit ich es weiterhin möglichst histaminarm essen kann.
    Danke im Voraus für die Beantwortung.
    Schöne Grüße
    Bruno

    • 18. Februar 2021 at 10:59

      Lieber Bruno!
      Es freut mich sehr, dass das Congee bei Ihnen Anklang findet. Im Prinzip sind pflanzliche Lebensmittel in der Lagerung auch bei Histaminunverträglichkeit unbedenklich. Das für die Produktion Histamin verantwortliche Histidin (ein Eiweißbaustein) ist hier nicht vorhanden. Generell ist es so, wenn Sie etwas kochen und nochmal essen möchten, dann empfiehlt es sich, es zugedeckt sehr schnell runterzukühlen (Eiswasser funktioniert hier gut) und dann gleich in den Kühlschrank zu stellen. Eine gute Zusammenfassung finden Sie hier: https://www.mein-allergie-portal.com/histaminintoleranz/1234-histaminintoleranz-wie-lagert-man-nahrungsmittel-richtig/all-pages.html

      Ich hoffe, das hilft Ihnen.
      Liebe Grüße,
      Melanie

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