Polenta-Apfelkuchen

Polenta-ApfelkuchenDieser Apfelkuchen kommt völlig ohne Mehl und ohne Eier aus. Er stützt und wärmt die Mitte und hilft Säfte aufzubauen, was bei der trockenen Heizungsluft in dieser Jahreszeit nur von Vorteil ist.

Tja, da sind sie wieder – die Äpfel. Unsere beiden kleinen, uralten und knorrigen Apfelbäumchen im Garten haben ihr Soll heuer mehr als erfüllt. Bis kurz vor dem ersten (und einzigen) Schneefall gingen wir alle paar Tage das Fallobst aufheben und immer noch warten (schön dunkel und kühl gelagerte – naja, mehr oder weniger) Kisten voll mit zum Teil sehr kleinen und zum Teil sehr wurmstichigen Äpfelchen auf ihre Verarbeitung. Es könnte also sein, dass es in nächster Zeit noch mehr Rezepte mit Äpfeln gibt. Aber immerhin heißt es ja so schön und so sprichwörtlich „An apple a day keeps the doctor away“. 🙂

Zutaten:

  • 500 ml Milch-Wassergemisch (ich nehme 50:50 Reis- oder Hafermilch und Wasser, es geht aber auch Kuhmilch…)
  • 8-10 EL Polenta
  • 2 EL Butter
  • 2 EL Rohrzucker
  • eine Prise Vanille und und eine Prise Kardamom
  • eine Prise Salz
  • ein Spritzer Zitrone
  • eine Prise Kakao
  • 2-3 geriebene Äpfel
  • gehackte Walnüsse
  • und je nach Vorliebe oder Abneigung auch gern ein paar Rosinen
  • Zimt

Zubereitung:

Polenta in das Milch-Wassergemisch einrühren, Butter und Rohrzucker dazu. Mit den Prisen Vanille, Kardamom und Salz würzen, Zitronensaft dazugeben und die Prise Kakao zu guter letzt. Alles einmal aufkochen lassen und dann zum quellen zur Seite stellen.

Inzwischen die Äpfel reiben (geschält oder ungeschält – wieder nach Vorliebe) und die Nüsse hacken. Gequollene Polenta in eine Auflaufform, eine Springform oder eine temperaturfeste Salatschüssel (ja, das geht auch) gießen. Geriebene Äpfel darauf verteilen, gehackte Walnüsse darauf verteilen und mit Zimt bestreuen. Bei 180° ca. 30 Minuten backen.

Der Polenta-Apfelkuchen schmeckt kalt oder warm und bei uns ist er sowohl als Nachspeise als auch als Frühstück beliebt. Mein Tipp ist aber: Kuchen einmal abkühlen lassen, dann wird die Polenta richtig (schnitt)fest. Wir haben ihn aber, weil wir einfach nicht warten wollten, durchaus auch schon als Brei verzehrt :).

Wirkung nach TCM:

Polenta ist thermisch neutral und gehört zum Funktionskreis Erde. Sie harmonisiert den Magen und reguliert die Mitte. Maisgries wirkt  tonisierend auf Qi und Blut.

Hafermilch ist thermisch neutral bis wärmend. Hafer gehört zu den Elementen Erde und Metall, kräftigt Muskeln, Sehen und Nerven, beseitigt Feuchtigkeit und stützt das Herz. Allerdings ist die Wirkung des ganzen Korns der Hafermilch natürlich weit voraus.

Das gilt auch für Reismilch. Reis ist den Elementen Erde und Metall zugeordnet und thermisch neutral. Er stützt das Qi, kräftigt die Milz und harmonisiert den Magen.

Butter gehört auch zur Erde und ist thermisch neutral bis wärmend. Sie wirkt insgesamt kräftigend (auch bei Yin-Mangel), stützt Qi, Jing und Blut und befeuchtet Trockenheit.

Kardamom wirkt wärmend und ist dem Element Metall zugeordnet. Er wandelt Schleim um, wärmt die Mitte, bewegt und senkt das Qi, löst Stagnationen. Vorsicht bei Yin-Mangel und Trockenheits-Symptomen.

Vanille gehört auch zum Erdelement und ist thermisch warm. Sie wirkt mild anregend auf Milz und Bauchspeicheldrüse.

Kakao wirkt neutral bis wärmend und ist den Elementen Erde und Feuer zugeordnet. Wirkt anregend, von Vorteil bei allgemeinem Qi-Mangel und Appetitlosigkeit und ist hilfreich bei Hitze-Symptomen (Durst, Geschwüre im Mund,…). Als Schokolade, also in Verbindung mit Fett, wirkt Kakao verschleimend.

Zitrone wirkt kühlend und gehört durch den sauren Geschmack zum Element Holz und durch die gelbe Farbe auch zur Erde. Sie kühlt Hitze, erzeugt und bewahrt Säfte, wirkt durststillend und wandelt Schleim um.

Äpfel gehörten zur Erde (außer sie sind sehr sauer, dann durchaus auch zum Holz) und sind thermisch neutral bis erfrischend. Sie kühlen Magen-Hitze, bringen Säfte hervor und befeuchten die Lunge.

Walnüsse sind wärmend und den Elementen Erde und Wasser zugeordnet. Sie tonisieren das Nieren-Qi, füllen das Lungen-Qi auf, wärmen die Lunge und befeuchten den Darm.

Und last but not least: Zimt. Er ist thermisch warm bis heiß und gehört zum Funktionskreis Erde. Zimt wärmt die Mitte, zerstreut Kälte, dynamisiert das Blut und wirkt bewegend bei Qi- und Blut-Stagnation. Vorsicht bei Hitze-Symptomen durch Yin-Mangel und in der Schwangerschaft.

 

Quellen:
Ute Engelhardt/Carl-Hermann Hempen - "Chinesische Diätetik"
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